Umweltbewusst leben ›Jedes Lebensmittel zählt‹ Jedes Jahr landen in Deutschland tonnenweise Lebensmittel im Müll – obwohl sie oft noch genießbar wären. Essen wird aussortiert, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum missverstanden wird, zu viel eingekauft wurde oder Reste nicht verwertet wer- den. Dabei stecken in jedem Lebensmittel wertvolle Ressour- cen wie Wasser, Energie, Anbauflächen und Arbeitszeit. Lebensmittelverschwendung betrifft Menschen auf der ganzen Welt: Jahr für Jahr werden große Mengen an Lebensmitteln entsorgt. Auch in Deutschland entstehen jedes Jahr rund elf Millionen Tonnen Lebensmit- telabfälle. Mehr als die Hälfte davon fällt in privaten Haushalten an. Das zeigt: Nicht nur Industrie und Handel, sondern auch Verbraucherinnen und Verbraucher können dazu beitragen, Lebensmittelverschwendung – Food Waste – zu reduzieren. Lebensmittelverschwendung belastet nicht nur Umwelt und Klima, son- dern kostet auch bares Geld. Wer bewusster einkauft und vorhandene Lebensmittel besser nutzt, kann einen wichtigen Beitrag zum Ressour- censchutz leisten und gleichzeitig den eigenen Geldbeutel entlasten. ›Herne rettet Lebensmittel‹ In den letzten Jahren haben sich neue digitale Lösungen etabliert, um Food Waste zu reduzieren. Auch in Herne können viele dieser Angebo- te genutzt werden. Eine bekannte App ist Too Good To Go. Bäckerei- en, Restaurants und Supermärkte bieten überschüssige Lebensmittel zu stark reduzierten Preisen an. Das Prinzip ist einfach und effektiv: Produk- te, die nicht mehr regulär verkauft werden können, bleiben im Kreislauf und werden konsumiert statt entsorgt. Wer das Angebot nutzt, profitiert gleichzeitig von günstigen Preisen. In Herne beteiligen sich inzwischen zahlreiche Geschäfte an diesem System. Auch die Initiative Foodsharing engagiert sich gegen Lebensmittelver- schwendung: Ehrenamtliche sammeln überschüssige Lebensmittel bei kooperierenden Betrieben ein und geben sie kostenlos weiter – etwa über öffentliche Kühlschränke oder private Netzwerke. Darüber hinaus haben sich auch in sozialen Medien zahlreiche Gruppen gebildet, in de- nen Mitglieder Lebensmittel verschenken oder tauschen. Diese Formen der Nachbarschaftshilfe sind niedrigschwellig und stärken gleichzeitig das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum. Sie erreichen Menschen, die aktiv etwas gegen Verschwendung tun möchten – unabhängig von fi- nanzieller Not. ›Jetzt sind Sie dran!‹ Clever einkaufen: Wer seinen Einkauf plant und nur das kauft, was tatsächlich benötigt wird, vermeidet unnötige Le- bensmittelabfälle. Ein Einkaufszettel hilft dabei, den Überblick zu behalten. Außer- dem lohnt sich vor dem Einkauf ein Blick in Kühlschrank und Vorratsschrank. Reste kreativ verwerten: Aus vielen Res- ten lassen sich leckere Gerichte zaubern. Überreifes Obst eignet sich für Smoo- thies oder Kuchen, altes Brot für Croû- tons oder Aufläufe. Oft entstehen daraus sogar neue Lieblingsrezepte. Mindesthaltbarkeit prüfen: Das Min- desthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerf- datum. Viele Produkte sind auch danach noch problemlos genießbar. Sehen, rie- chen und probieren hilft dabei, die Quali- tät richtig einzuschätzen. Lebensmittel retten: Nutzen Sie Ange- bote wie Too Good To Go, Foodsharing oder teilen Sie überschüssige Lebensmit- tel mit Familie, Freunden oder Nachbarn. Schon kleine Veränderungen im Alltag hel- fen dabei, Ressourcen zu schonen, Geld zu sparen und die Umwelt zu schützen. Darüber hinaus trägt die Herner Tafel dazu bei, dass Lebensmittel dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Sie sammelt überschüssige Le- bensmittel von Supermärkten, Herstellern und Bäckereien und gibt diese an Bedürftige weiter. Anders als Apps oder Foodsharing-Initiativen hat die Tafel einen klaren sozialen Auftrag: Sie unterstützt gezielt Menschen mit geringem Einkommen. Weitere Informationen: lebensmittelwertschaetzen.de toogoodtogo.com/de herner-tafel.de foodsharing.network/region/herne 11